
Patagonien – dabei wird selbst dem größten Couch-Potato der Markenname „Patagonia“ und die damit verbundenen verschiedenen Outdooraktivitäten einfallen.
Als leidenschaftliche Bergfreunde wollten wir uns die – womöglich einmalige – Gelegenheit nicht entgehen lassen, die eindrucksvolle Natur des Feuerlandes hautnah selbst zu erleben. Aufgrund der Quarantänebestimmungen unseres Reiseveranstalters, welcher von Fahrten in Reisebussen oder Taxen abrät, waren für uns die ca. 20km entfernten Nationalparks jedoch in unerreichbare Ferne gerückt. Daher gaben wir uns mit dem „Hausberg“ Ushuaias, dem Martial Gletscher, zufrieden. Im Internet war ja schon immer mal irgendjemand irgendwo, wo man selber hin will, und eine schöne Tour war schnell gefunden (zugegeben: es wäre auch ohne Internet nicht zu verfehlen gewesen).

Zunächst ging es quer durch die Stadt an einer der Hauptstraßen mit gefühlt zehn Autowerkstätten und Läden für Haustierbedarf entlang, dann langsam den Berg hoch Richtung Glacier.
Beschwingten Schrittes ging es einen schönen Waldweg parallel zur asphaltierten Straße in gemütlicher Zweisamkeit hoch. Die Freude über die vermeintliche coronakonforme Einsamkeit auf dem Weg und am Zielort hielt nur solange an, bis wir die doch sehr beachtliche Anzahl an Taxis bemerkten, die sich – je nach Bauart – mehr oder weniger die Straße hinauf mühten. Anscheinend waren wieder nur die Deutschen blöd genug, neben einer Straße hochzuschnaufen, wenn das Auto doch auch hochfährt. Auf dem Weg fanden sich einige Kuriosiäten wie ein alter Teller-Schlepplift, eine ausgewiesene Langlaufstrecke (vermutlich nur im Sommer kurios) und etwas, das an einen Sessellift erinnerte.




Der finale „Gipfel“weg endete leider im Nichts bei – überhaupt nicht zu erwartendem 😉 – Wind und 7°C (laut Garmin-Uhr, gefühlt war es definitiv weniger), daher wurde nur ein kurzes Foto auf die Bucht aufgenommen und der Rückweg angetreten. Während eines kurzen Abstechers zu einem View-Point schien sich die Möglichkeit eines alternativen Abstiegs zu ergeben.




Auf weibliches Drängen wurde dieser Weg eingeschlagen. Er stellte sich als eher abenteuerlicher, matschiger und rutschiger Steig mit mehreren, nicht unbedingt vertrauenserweckenden Baumstamm-Brücken heraus. In den Alpen hätten wir dies zwar jederzeit bevorzugt, hier aber waren wir in Gedanken schon auf dem Boot, was z.B. bedeutet die Schuhe wieder sauber zu bekommen und sich nicht zu verletzen. Der Weg endete aber schließlich doch zügig auf der Aufstiegsstraße, so dass wir wohlbehalten wieder ankamen. Danke, liebe Sarah an dieser Stelle für die Sicherheit: „Ihr seid für Abenteuer gemacht“ 😉 Ums Putzen der Schuhe kümmern wir uns später.



Entlang des weiteren Rückweges eröffnete sich immer wieder der Blick auf die Bucht mit den umliegenden, teils schneebedeckten Bergen bei tollem Sonnenschein.




Insgesamt lassen uns die Eindrücke des Tages mit dem Gedanken zurück, diesen wunderschönen Teil der Erde irgendwann vielleicht noch einmal intensiver zu entdecken.
Das Schönste: Papagei dabei!
LikeLike
Wie gut, dass Valentins Tag war, bei soviel weiblichen Führungsqualitäten🙃
LikeLike
Meine liebste Form der Wanderbegleitung: lesend auf der Couch mit dem Gefühl „ein bisschen dabei zu sein“ 😉 Ein herrlicher Eintrag! Alles Gute für die nächste Etappe morgen. Ich denke an euch ☺️
LikeLike