Möge das Abenteuer beginnen

Positive Aussichten nach negativem Testergebnis

Wunderbare Aussicht(en)

Heute hatten wir unseren vorerst letzten entscheidenden PCR-Test. Das Warten und die – uns eigentlich seit Wochen schon ständig begleitende – Unsicherheit waren deshalb besonders nervenzerreißend. Die Stimmung wurde männlicherseits sogar mit Examenssituationen verglichen. Am Abend erhielten wir dann endlich die positive Nachricht über die negativen Ergebnisse. In diesem Moment sind uns Gebirge vom Herzen gefallen.

Nun gilt es, noch schnell folgende Liste abzuarbeiten, bevor wir uns aus Ushuaia verabschieden:

  • lange warm duschen,
  • feste Nahrung zu sich nehmen und bei sich behalten,
  • lange in einem Bett schlafen,
  • seine Sachen im Zimmer ausbreiten,
  • sinnlos im Internet surfen,
  • auf festem Boden Gangunsicherheit herbeiführen (z.B. durch Zufuhr von speziellen Flüssigkeiten),
  • diesen Blog-Eintrag verfassen.

Der Grund hierfür ist einfach, weil wir es können. Die nächsten Wochen wird vieles davon erst einmal nicht mehr möglich sein, da wir uns ab morgen hier einquartieren:

Unser Zuhause für die nächsten Wochen

Bis in den April hinein werden wir von der Zivisilation, so wie wir sie inzwischen als normal begreifen, abgeschnitten sein und – wie von Anfang an erhofft – definitiv neue Erfahrungen sammeln.

Unglaubliche Vorfreude

Wir können es immer noch nicht richtig glauben, dass unser lang gehegter Traum morgen wirklich wahr werden soll und empfinden gerade unglaubliche Vorfreude.

Wir hoffen, einen ausführlichen Bericht liefern zu können, wenn wir uns wieder in Gefilden mit konstantem Internetzugang befinden. Wer nicht so lange warten möchte und zumindest wissen will, wo wir uns aktuell befinden, kann hier nachsehen. Solange sich der Punkt dort regelmäßig bewegt, dürfte es uns gut gehen!

Wir würden uns freuen, wenn die Welt bis zu unserer „Rückkehr“ so bleibt, wie sie ist oder besser wird. Also, liebe Welt, bleibe friedlich und werde gesund!

In diesem Sinne bis bald. Es war uns eine Ehre und wir empfehlen uns 😉

Ein Gletscher gefühlt auf Meereshöhe, die Baum- und Schneefallgrenze knapp darunter – oder how we spent our Valentine‘s Day


Patagonien – dabei wird selbst dem größten Couch-Potato der Markenname „Patagonia“ und die damit verbundenen verschiedenen Outdooraktivitäten einfallen.


Als leidenschaftliche Bergfreunde wollten wir uns die – womöglich einmalige – Gelegenheit nicht entgehen lassen, die eindrucksvolle Natur des Feuerlandes hautnah selbst zu erleben. Aufgrund der Quarantänebestimmungen unseres Reiseveranstalters, welcher von Fahrten in Reisebussen oder Taxen abrät, waren für uns die ca. 20km entfernten Nationalparks jedoch in unerreichbare Ferne gerückt. Daher gaben wir uns mit dem „Hausberg“ Ushuaias, dem Martial Gletscher, zufrieden. Im Internet war ja schon immer mal irgendjemand irgendwo, wo man selber hin will, und eine schöne Tour war schnell gefunden (zugegeben: es wäre auch ohne Internet nicht zu verfehlen gewesen).

Zunächst ging es quer durch die Stadt an einer der Hauptstraßen mit gefühlt zehn Autowerkstätten und Läden für Haustierbedarf entlang, dann langsam den Berg hoch Richtung Glacier.


Beschwingten Schrittes ging es einen schönen Waldweg parallel zur asphaltierten Straße in gemütlicher Zweisamkeit hoch. Die Freude über die vermeintliche coronakonforme Einsamkeit auf dem Weg und am Zielort hielt nur solange an, bis wir die doch sehr beachtliche Anzahl an Taxis bemerkten, die sich – je nach Bauart – mehr oder weniger die Straße hinauf mühten. Anscheinend waren wieder nur die Deutschen blöd genug, neben einer Straße hochzuschnaufen, wenn das Auto doch auch hochfährt. Auf dem Weg fanden sich einige Kuriosiäten wie ein alter Teller-Schlepplift, eine ausgewiesene Langlaufstrecke (vermutlich nur im Sommer kurios) und etwas, das an einen Sessellift erinnerte.


Der finale „Gipfel“weg endete leider im Nichts bei – überhaupt nicht zu erwartendem 😉 – Wind und 7°C (laut Garmin-Uhr, gefühlt war es definitiv weniger), daher wurde nur ein kurzes Foto auf die Bucht aufgenommen und der Rückweg angetreten. Während eines kurzen Abstechers zu einem View-Point schien sich die Möglichkeit eines alternativen Abstiegs zu ergeben.


Auf weibliches Drängen wurde dieser Weg eingeschlagen. Er stellte sich als eher abenteuerlicher, matschiger und rutschiger Steig mit mehreren, nicht unbedingt vertrauenserweckenden Baumstamm-Brücken heraus. In den Alpen hätten wir dies zwar jederzeit bevorzugt, hier aber waren wir in Gedanken schon auf dem Boot, was z.B. bedeutet die Schuhe wieder sauber zu bekommen und sich nicht zu verletzen. Der Weg endete aber schließlich doch zügig auf der Aufstiegsstraße, so dass wir wohlbehalten wieder ankamen. Danke, liebe Sarah an dieser Stelle für die Sicherheit: „Ihr seid für Abenteuer gemacht“ 😉 Ums Putzen der Schuhe kümmern wir uns später.


Entlang des weiteren Rückweges eröffnete sich immer wieder der Blick auf die Bucht mit den umliegenden, teils schneebedeckten Bergen bei tollem Sonnenschein.

Selbst in der Stadt ist der Eindruck der Berge allgegenwärtig

Insgesamt lassen uns die Eindrücke des Tages mit dem Gedanken zurück, diesen wunderschönen Teil der Erde irgendwann vielleicht noch einmal intensiver zu entdecken.

Die ersten Tage, die ersten Gedanken…

Wunderschön, absolut frei und trotzdem eingeschränkt…

Wir sind am Ende der Welt angekommen. Bereits die ersten Eindrücke sind überwältigend. Für uns ist jetzt Sommer im Winter, aber trotzdem ist es winterlich kühl. Und hin und wieder windig bis sehr windig 🙂

wunderschön und windig…
(mal sehen, ob wir das später nicht nochmal als leichte Brise bezeichnen werden)

Ein Vorgeschmack auf das, was uns (hoffentlich) bald bevorsteht. Wir genießen es total, die Stadt Ushuaia zu Fuß kennenzulernen. Die Stadt erstreckt sich wunderschön entlang der hügeligen Küste im Süden Argentiniens. Nichtsdestotrotz sind wir gehemmt und können uns nicht vollständig auf Land, Leute und andere Reisende einlassen. Im Hinterkopf haben wir fast immer den noch bevorstehenden PCR-Test, der unbedingt negativ ausfallen muss, da andernfalls unser erstes und einziges bisher auch tatsächlich geplantes Abenteuer nicht stattfinden könnte. Und so bleibt uns nichts anderes übrig, als die Stadt lediglich auf uns wirken zu lassen, ohne ihr zu nahe zu kommen.